Die ersten Monate
Das Abenteuer beginnt. Lest hier was ich zum ersten mal gedacht habe als ich mein neues Zuhause betreten habe und welchen unerwarteten Herausforderungen ich mich stellen musste…
28.Juli 2022, 10.45 Uhr Treffen mit Grant am Bab Laksour. Es ist heiss! Ich bin nervös, aufgeregt!
Werde mein Haus heute das erste mal live sehen.
Am Tag zuvor bin ich bereits, dank Google Maps, in meine Nachbarschaft gelaufen, habe die Haustür angefasst und stand wie ein kleines Kind davor, in der Hoffnung mir macht jemand auf!
Ich trete über die Türschwelle. Ich bin geflasht. Die Sonne scheint ins Patio, strahlt die ausgefallenen Fliesen an. Eine Putzfrau stört mein idylisches Bild. Sie reinigt den leeren Pool.
Ich sauge die Atmosphäre auf, Tränen füllen meine Augen! Meins!
In meinem Kopf spielen sich Bilder ab. In der Küche tausche ich auf jeden Fall die Griffe aus. Gut das ich meinen alten Wasserhahn eingepackt habe.
Sofort fällt mir mein schwarzes Vertigo ein, das wird hier seinen Platz finden.
Durch eine große Glas-Schwenk-Türe betrete ich mein jetziges Schlafzimmer, verliebe mich sofort. Hier kommt meine Kommode rein, schön mit dem angrenzenden Bad.
Es hält mich nichts, neugierig gehe ich in die erste Etage und blicke ins angrenzende Zimmer.
Die Sonnenstrahlen scheinen durch den Holz geschnitzten Erker. Was für ein Anblick!
Auch hier sprudelt mein Kopf. Hier passen meine Vorhänge super!
Ein lang gezogenes Bad, kunterbunte Fliesen, zwei schwarze Marmorbecken und Kupferfarbene Wasserhähne, fallen mir direkt ins Auge, verrückt gestaltet.
Das zweite Zimmer liegt in der Mitte der Etage. Ich betrete durch eine alte riesige Holztüre das niedliche Zimmer. Zuckersüß! Und das Bad erst……..auch hier die kunterbunten Fliesen.
Das letzte Zimmer besticht durch die Bodenfliesen, die durch Teppiche bedeckt sind. Die fliegen alle raus, denke ich.
Das Bad hat eine schwarze Badewanne mit silbernen Füssen. Irre!
Ich kann keinen klaren Gedanken fassen!
Die Dachterrasse wartet auf mich. Es ist so heiss, geht mir durch den Kopf, als ich in die letzte Etage gehe.
Der Boden ist Hammer! Hier steht zu viel rum, und meine Gedanken kreisen weiter.
Ich werfe einen Blick von oben in den grossen Innenhof. Ist das ein Traum? Ist das schön………
Grant lacht mich an: You like it? Meine Antwort: I love it!
Ungeduldige Wochen verstreichen in denen ich Pläne schmiede.
Der Notar ist mit den Unterlagen nicht zufrieden und die Prüfung dauert länger als gedacht. Er lässt das Grundstück neu vermessen.
Am 24. August kommen Petra und Fred. Bis dahin möchte ich die Schlüssel haben um meine Sachen nicht noch unnötig woanders zu lagern.
Beim kleinen Vorvertrag, am 23.8., zum 29. Geburtstag meines Sohnes Kevin, bekomme ich endlich die Schlüssel.
Wohne zu dieser Zeit im Stadtteil Mouassine im Riad Dar Tiour.
Den Eigentümer Eberhard habe ich erst nach diesen 6 Monaten der Renovierung, dieses Jahr im Januar 2023, das erste mal persönlich kennengelernt.
Durch meine Internet Bekannte, mittlerweile sehr gute Freundin Esther, die ich hier mal hervorheben möchte und die ich immer noch nicht persönlich kenne, nur durch Telefonate, WhatsApp und email, bin ich in Eberhards Haus gelandet.
Sie hat mich die ganze Zeit unterstützt wo und wie es ihr möglich war. Sie hatte und hat immer ein Ohr für mich!
Mit einer Hauruck Aktion und mit Hilfe von Said, den ich vom Riyad El Cadi kenne und seinem Sohn Ismail, wird der Hänger am Mittwoch um 21.25 Uhr entladen.
Mit Sackkarren geht es in die Derb Ahl Souss.
Ich bin unsagbar glücklich das die zwei, nach einer Reifenpanne, heil in Berrima angekommen sind.
Sie sind begeistert. Fahren am Abend noch zum Campingplatz. Sie bleiben ein paar Tage, machen einen Ausflug zusammen und verleben einen tollen Tag! Am 2. September heißt es Abschied nehmen.
Am nächsten Tag geht es für die zwei wieder in Richtung Heimat!
Badr, ein Deutsch- sprechender Tour Guide, den ich vom Riyad El Cadi und durch Esther und Eberhard kenne, schickt mir seinen Bruder.
Er hilft mir mit seinen Freunden die Möbel und Teppiche zu entsorgen. Überall liegt Sahara Sand und Schmutz.
Nach einer groben Reinigung und intensivem Putzen meines Zimmers, fahre ich zwei Tage später mit Said mit dem Mofa in den nächsten grossen Carrefour, kaufe eine Matratze, Kühlschrank und Waschmaschine. Am Nachmittag wird noch alles geliefert.
Said besorgt mir eine Gasflasche für mein Kochfeld und schließt sie an.




Meine erste Nacht im Haus am 29.8., wird während der Nachttoilette zur Horrorbegegnung mit einer Riesenkakerlake.
Wie panisch greife ich nach einem FlipFlop und schlage wie von Sinnen auf dieses Tier ein. Was für ein Ekel steigt in mir auf!
Natürlich hatte ich zuvor in den Straßen immer wieder welche gesichtet, im eigenen Bad wollte ich aber keine sehen.
Bisher hat mich keine mehr besucht.
In den nachfolgenden Tagen und Wochen lerne ich durch Badr, Kamal kennen. Er kümmert sich um Wasser und Elektrik, auch mein geliebter Pool gebe ich in seine Hände.
Drei neue Klimaanlagen und zwei Wasserboiler werden installiert. Die Armaturen in den Duschen lasse ich austauschen.
Er montiert mir meinen Wasserhahn in der Küche.
Die Pooltechnik bekommt neue Dichtungen und Ventile.
Der Wasserfall, der den ganzen Hof nass macht und die Geräuschkulisse extrem stört wird so eingestellt, das das Wasser nur noch leise an der Fliesenwand runter rieselt. Geht doch!
Kamal versteht mich, mit Händen und Gestik, Übersetzungs App. Wir lachen viel!
Er kommt regelmäßig und reinigt mir den Pool.
Ein neues Gasfeld für die Küche besorgt er mir auch. Per Video Schalte geht er mit mir durch den Laden. Praktisch diese Technik!
Ich lasse ein neues Schloss an der Haustüre anbringen. Zwei Riegel von innen angebracht, verstärken mein Gefühl der Sicherheit.
Ein Schreiner fertigt mir einen grossen Schlafzimmerschrank nach meinen Vorstellungen an.
Die Küche bekommt über die ganze breite ein Regal Brett und neue Griffe. Die Schubladen werden ausgerichtet und repariert.
Nach ein paar Tagen wird der Schrank aufgebaut. Endlich kann ich meine Kartons auspacken.
Jede freie Minute gehe ich in die Medina, halte hier und da meine Schwätzchen, laufe meine Kilometer, sammle Ideen.
Café Ali, am Rande des Jemaa El Fna, wird mein tägliches Tagesziel, hier trinke ich einen leckeren 20 DH Cappuccino (umgerechnet keine 2 Euro).


Zwischendurch besuche ich immer wieder die liebe Truppe im Riyad El Cadi.
Eine zeitlang assistiere ich Hassan bei den Kochkursen für die deutschen Gäste. Das ist meist vormittags von 11.00-14.00 Uhr.
Lerne Interessante Menschen, aber auch Nervige kennen. Entscheide mich gegen das weitere Betreuen.
Der Alltag spielt sich ein.
Viele nette Begegnungen! Viele, die mir die Augen öffnen, die mich nachdenklich machen, die mich schlauer werden lassen.
Ich werde auch über den Tisch gezogen und tappe in die Falle. Mache meine weniger schönen Erfahrungen.
Das muss wohl alles so sein um selbst einzuschätzen, wie man in Zukunft die Dinge angeht.
Während des Einlebens hilft mir Badr meine Unterlagen für die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu sammeln.
Insgesamt 4 mal besuche ich die zuständige Polizeidienststelle bis endlich alles vorliegt und 2 Tage vor Ablauf meines Visa bekomme ich den, für mich wichtigen Zettel, dass mir die Carte Séjour ausgestellt wird.
Ich brauche nicht ausreisen! Am 29.11. hole ich meinen Ausweis ab.
Younes tritt in mein Leben. Wir kaufen gemeinsam Farbe, es wird nach meinen Vorstellungen gemischt. Er streicht mit einem Freund das ganze Haus.
Bisher hat er mir bei allen Kleinigkeiten im Haus geholfen, wo er kann.
Es geht mit grossen Schritten Richtung Winter. Ich überlege das Patio mit einem Plastikdach zu schliessen.
Am 17.November wird das Dach montiert.
Nachmittags, es ist der 22.November, klopft es nachmittags an meine Tür. Es dauert etwas bis ich realisiere, das mein Sohn Kevin vor mir steht.
Schnell lasse ich durch meine deutsche Bekannte, die vor ein paar Jahren ausgewandert ist, eine Matratze besorgen.
Wir haben ein paar schöne Tage zusammen, am 26. fliegt er zurück.
Durch meine Bekannte ergattere ich Eisenbetten die leider nur 190 cm sind, zu spät bemerkt, was mich ärgert. Deshalb geschenkt, denke ich, hätte mich stutzig machen sollen.
Ein Eisenhändler verlängert sie mir für 120,- Euro!
Für die Dachterrasse lasse ich einen kunterbunten Fliesentisch und 6 Eisenstühle anfertigen.
Mit Hamouda auf dem Mofa, bestelle ich die noch fehlenden Matratzen bei Kitea, ähnlich wie Ikea, kaufe Kissen und Bettdecken im Marjane, eine Supermarktkette die sehr gute Auswahl hat.
In einem mini kleinen Suzuki Wagen, wird mir sofort alles geliefert.
Wochen später bestelle ich im Le Blanc de Gueliz alle Bettwaren in hellgrau. Handtücher in dunkel grau.
Bestelle mir ein etwas marokkanisches Sofa, gebe Stuhlkissen für die Eisenstühle in Auftrag, eine Plane soll auf das Eisengestell, weisse gröbere Vorhänge für den Essbereich im Patio.
Leider mache ich mit diesem Unternehmer meine schlechten Erfahrungen. Das Sofa liefert er pünktlich. Ich bin sehr zufrieden, gebe die weiteren Arbeiten in Auftrag und bezahle! Ich Idiot! Es vergehen Wochen, bis ich alles nach und nach geliefert und angebracht bekomme.
Die Fussball WM ist in vollem Gange. Fiebere ein wenig mit, die Marokkaner kämpfen, schaffen es bis zum Halbfinale!
Am Tag des Halbfinal- Spiels, 14.12., wütet ein Sturm mit Regen. Mein fahrbares Metalldach auf der Dachterrasse zerbricht. Natürlich lasse ich es reparieren.
Zwei Tage vor Heilig Abend bringt mir Abdelali meinen riesigen, angefertigten silbernen Stern für den Innenhof! Er sieht super aus!
Am 24. habe ich ein schönes Dinner mit einem Freund.
Tags drauf gehe ich ins neue Restaurant Luma. Hier arbeitet Hatim als Bartender.
Hier verbringe ich auch einen tollen Silvesterabend, lerne Philipp aus Berlin und Adil, den Manager vom Riad Nobel Jemaa El Fna kennen.
Das Luma wird zu meiner Lieblingsadresse. Tolles Essen, leckere Cocktails und coole Musik, lassen mich hier Stunden an der Bar verbringen.
Da alles offiziell laufen soll, kümmere ich mich um die Registrierung des Riyad!
Ich gründe meine Firma!
Ein Haus mit dem Namen Irene gibt es schon und der ist gesichert.
Keine Chance, auch nicht mit dem Zusatz Zina die Schöne, wie das Haus zuvor hieß.
Er sollte schon mit mir in Verbindung stehen, eine Bedeutung haben, schön klingen.
Hatim begleitet mich, was die Sprachbarriere erleichtert. Er ist Marrakschie.
Ich gebe dem Sachbearbeiter einige Vorschläge, nach Priorität, zwei Tage später meldet er sich: Riyad Thèresè wird es, nach meiner Mutter!
Der Name ist nun für mein Haus gesichert! Bekomme die so wichtigen Steuer-, Registrier- Nummern!
In einer Druckerei lasse ich Visitenkarten anfertigen.
Ich entdecke auf einem Ständer Leinenbeutel, in verschiedenen Grössen, bedruckt mit Hotel-, Spa- oder Boutique Namen.
Klar, muss ich auch haben! Entscheide mich für eine kleinere und lasse sie mit dem Namen des Riyad und dem Zusatz, Marrakesch bedrucken.



Derweil laufen noch kleinere Arbeiten im Haus. Lasse einen Handlauf im Treppenhaus anbringen. Der Schreiner dichtet mit kleinen Holzleisten die Fenster an den Erkern ab, setzt kleine Fenster ein.
Am 22. Januar kommen Said und Inasse, helfen mir und reinigen die 1. Etage.
Der 24. Januar, meine ersten Gäste, Petra und Björn besuchen mich!
Sie bleiben 4 Nächte !
Für die Sicherheit lasse ich mir noch 4 Videokameras, eine an der Haustür, eine im Innenhof und zwei auf der Dachterrasse anbringen.
Flexibel und unabhängig möchte ich auch sein. Kaufe mir einen grünen Roller. Beim abholen bin ich super nervös!
Den Helm auf, fahre los, einfach so, ohne Probleme.
Februar. Meine Liegen für die Dachterrasse werden geliefert. Es komplettiert sich.
Ich lerne Jean-Denis kennen den ich bitte, mir Strassenkarten mit meiner Riyad Türe zu entwerfen. Nicht günstig aber ich gebe den Druck in Auftrag!
Marrakesch entdecken
Erfahrt hier was ich Euch für einen perfekten Tag in Marrakesch empfehle: Marrakesch entspannt und ohne Zeitdruck entdecken. Von gemütlichen Cafés und Restaurants bis hin zu bezaubernden Boutiquen und traditionellen Handwerksstätten. Ein unvergesslicher Tag in Marrakesch.
Mein Viertel Berrima
Berrima – ein Ort voller herzlicher Menschen mit einer einzigartigen Atmosphäre und Vielfalt. Inmitten des Chaos fühle ich mich zu Hause. Wie in einem Land aus tausend und einer Nacht.
Die Geschichte dahinter
Von Anfang an hat mich die Stadt Marrakesch in ihren Bann gezogen. Die Trennung von meinem Ehemann nach 30 Jahren warfen im Jahr 2019 mein Leben aus den Fugen…
Plane deine unvergessliche Reise nach Marrakech noch heute!
Ich berate Euch gerne. Melde dich doch einfach mal bei mir!
